Monday, 12 March 2007

Und täglich grüßt der CeBIT-Groundhog

Groundhog day – entspricht im Deutschen wohl den Hundstagen: Täglich dieselbe Leier. Für die CeBIT ist die Leier schnell erzählt: Täglich um die gleiche Zeit aufstehen, zur überfüllten Straßenbahn hetzen, den Laptop auf dem Schoss, noch schnell E-Mails checken. Der Chef könnte ja gestern beim letzten Bier den größten Deal der Firmengeschichte vereinbart haben, der heute bereits online steht und sich schon am Aktienkurs bemerkbar … ach nein, nur eine mail vom Kollegen, dass er heute später zum Messestand kommt. An der Messe angekommen, wird man aus der Straßenbahn und durch die Drehkreuze geschwemmt, wohl dem, der einen Ausstellerausweis hat. Für diese Glücklichen ist der Einlass schon vor 9 Uhr, dem offiziellen Messebeginn. Also ein eher Entspanntes „geschwemmt“ werden. Am Messestand hat das Reinigungsteam über Nacht wieder ganze Arbeit geleistet und die Spuren der Standparty vom Vorabend komplett entfernt – wie angenehm. Morgen früh wird es ähnlich sauber sein, übermorgen auch. Erste Anzeichen vom Groundhog. Sieben Tage und nur sechs Nächte dauert die CeBIT, aber wie bringt man Abwechslung in den Messe-Alltag? Termine vereinbaren, die nicht am Stand stattfinden können, um mal „rauszukommen“? Kontakte bei einem Kaffee auf der Sonnenterrasse pflegen? Ein Buch zum Lesen bereithalten? Den Ipod-Kopfhörer ungesehen ins Ohr klemmen? Den Kollegen in eine komplizierte Diskussion verwickeln?

Für diejenigen, die nur zwei bis drei Tage Standdienst haben, könnte das Alternativprogramm ausreichen, andere müssen sich schon mehr einfallen lassen. Vielleicht hoffen sie ja auf interessante Besucher oder sie sprechen Hostessen an, die sich für irgendeine Firma in irgendeinem verrückten Kostüm in die Menge werfen. Vielleicht klauen sie vom Nachbarstand die Erdnüsse oder veranstalten Wettrennen durch die Gänge. All das bekommen die lieben Kollegen daheim im Büro gar nicht mehr, denn die sind ja schon am Samstag nach Hause gefahren und stürzen sich ab Montag wieder in den Büroalltag. Und täglich grüßt der Kollege gegenüber. Der war nämlich gar nicht am Messe-Stand.

Dann doch lieber eine Woche Hannover – zur Abwechslung.


Bettina Jödicke

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